Der Lebenskreis

 

Ausgelöst durch die Nachricht von meiner Freundin, dass sie die Nacht ihren alten Vater „begleitet“ und verloren hat, habe ich den dringenden Wunsch meine alten Eltern (88 und 89) zu Hause zu besuchen. Meine Eltern leben in ihrem Haus mit großem Garten, sind mental und körperlich fit, kochen täglich und machen noch alles selbständig.. durchaus ist mir bewusst, dass sich der Zustand von einem Moment zum nächsten ändern kann.

Was ihnen momentan zu schaffen macht, ist die aktuelle Situation, die Nachrichten, die Angst sich anzustecken .. und jetzt im trüben Herbst sich zu isolieren… ich besuche sie trotzdem regelmäßig, aber die Angst verbunden mit dem Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit kann ich ihnen nicht nehmen… Im Auto überlegen die Kinder, laut über die Gefahr die Großeltern anzustecken: Schule, Busfahren und auch wir sind beruflich durch unsere Film-Jobs mit Menschen zusammen, könnte eine Übertragung für ein altes, schwaches Immunsystem zur Gefahr werden lassen… „Was wäre die Alternative“, sage ich den Kindern, ist es denn nicht viel schöner für Oma und Opa vielleicht noch ein glückliches, intensives, schönes Jahr mit vielen Besuchen und tiefen Momenten mit uns zu verbringen, als vielleicht drei freudlose Jahre mit fehlenden Besuchen, Traurigkeit und Isolation ? Ist es nicht der „Inhalt“ und nicht die Länge, die am Ende des Lebens, die Qualität eines Erdenlebens ausmacht? Stimmt rufen die Kinder im Auto begeistert und so planen wir nächste Woche wieder einen Besuch bei Oma und Opa ein, um die verbleibende Zeit mit Ihnen einfach zu genießen.

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