Wechseljahre –„Hitzefrei“ mit Naturstoffen

Ein Interview mit Professor Dr. Michaela Döll

Frauen sind heute um die 50 in den „besten“ Jahren. Nicht immer können sie diese Lebensphase unbeschwert genießen. Viele leiden unter hormonell bedingten Beschwerden, die sich vor allem im Zuge der Wechseljahre häufig einstellen. Jedoch müssen diese nicht zwangsweise hingenommen oder gar mit Hormonen behandelt werden. Es gibt sanfte Hilfen aus der Natur.

Frage: Wie ändert sich der Hormonhaushalt der Frauen mit zunehmendem Alter?

Mit zunehmendem Alter lässt die körpereigene Produktion an weiblichen Hormonen (z. B. Estrogenen) nach. Das führt zu Turbulenzen im weiblichen Körper, die sich beispielsweise in Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, trockener Haut mit Fältchenbildung oder auch Stimmungsschwankungen und unruhigem Schlaf zeigen können.

Frage: Wie werden diese Beschwerden üblicherweise behandelt?

In der Regel wird Frauen eine Hormonersatztherapie mit künstlichen Hormonen empfohlen. Jedoch hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass hier ernste Nebenwirkungen auftreten können, und längst nicht alle betroffenen Frauen vertragen diese Therapie oder wollen sie für sich in Anspruch nehmen. Gerade Frauen setzen gerne auf die „Natur“.

Frage: Gibt es Naturstoffe, die einen positiven Einfluss auf den weiblichen Hormonhaushalt ausüben können?

Ja, diese gibt es. Sie kommen in bestimmten Pflanzen natürlicherweise vor und weil diese Stoffe in ihrer Struktur den weiblichen Estrogenen ähneln, werden sie „pflanzliche hormonartige Strukturen“ oder auch einfach „Phytoestrogene“ genannt.

Frage: Wo kommen diese hormonartigen Pflanzeninhaltsstoffe vor?

Bekannte Phytostrogene sind z. B. unter dem Namen „Lignane“ bekannt und kommen vor allem in Leinsamen bzw. Leinsamenextrakt vor. Aber auch in der wilden Yamswurzel sind Phytostrogene – unter dem Namen „Diosgenin“ vorhanden. Diese Pflanze hat eine lange Tradition im Heilwesen und wurde in der Frauenheilkunde bereits vor Jahrhunderten erfolgreich eingesetzt.

Frage: Wir Frauen achten ja gewöhnlich sehr auf unser Äußeres und beobachten die altersbedingten Hautveränderungen meistens sehr genau. Wäre hier auch eine Unterstützung von „innen“ hilfreich?

Auch Borretsch ist hier als interessante Pflanze zu nennen. Die Samen des Gurkengewächses „ölen“ den Hormonhaushalt und liefern wertvolle Gamma-Linolensäuren für die Haut.

Frage: Wie kann ich das „Nervenkostüm“ und die Psyche während dieser Zeit sinnvoll unterstützen?

Die wertvollen Gamma-Linolensäuren aus dem Borretschsamenöl liefern aber auch wichtige Bausteine für den weiblichen Hormonstoffwechsel und das Nervensystem. Ebenso ist die B-Vitamin-Zufuhr für die Frau in den mittleren Jahren von großer Bedeutung. Sie unterstützt die Nervenfunktionen und die Psyche und sorgt für eine bessere Belastbarkeit. Auch Vitamin C spielt für die „gute Stimmung“ eine wichtige Rolle, denn wir benötigen es zur Herstellung des „Glückshormons“. Empfehlenswert ist die kombinierte Anwendung der genannten Pflanzenextrakte, in Kombination mit den B-Vitaminen und Vitamin C. Und zu guter Letzt mein Rat: Bleib aktiv und lass Dich von den Wechseljahren nicht unterkriegen!

 

 

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